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Matthias Claudius 1740-1815 : Leben - Zeit - Werk PDF

373 Pages·1996·11.639 MB·German
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Preview Matthias Claudius 1740-1815 : Leben - Zeit - Werk

Wolfenbiitteler Studien zur Aufklärung Herausgegeben von der mm"T O Lessing-Akademie Band 21 Matthias Claudius 1740-1815 Leben · Zeit · Werk Herausgegeben von Jörg-Ulrich Fechner Max Niemeyer Verlag Tübingen 1996 Redaktion: Claus Ritterhoff · Lessing-Akademie Die Deutsche Bibliothek - CIP-Einheitsaufnahme Matthias Claudius : 1740 - 1815 ; Leben, Zeit, Werk / hrsg. von Jörg-Ulrich Fechner. - Tübingen : Niemeyer, 1996 (Wolfenbütteler Studien zur Aufklärung ; Bd. 21) NE: Fechner, Jörg-Ulrich [Hrsg.]; GT ISBN 3-484-17521-4 ISSN 0342-5940 © Max Niemeyer Verlag GmbH & Co. KG, Tübingen 1996 Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechdich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere fur Vervielfältigungen, Ubersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Printed in Germany. Satz: Lessing-Akademie, Wolfenbüttel Druck: Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten Buchbinder: Heinr. Koch, Tübingen Inhaltsverzeichnis JÖRG-ULRICH FECHNER: Einführung VII Claudius in seiner Zeit FRANZ GEORG FRIEMEL: Christliche Simplicität 3 CHRISTIAN DEGN: Claudius und die Obrigkeit 19 WOLFGANG FREUND: Claudius' theologiegeschichtliche Stellung aus heutiger evangelischer Sicht 29 WOLFGANG MARTENS: Claudius und die Französische Revolution ... 43 Claudius' Verhältnis zu Zeitgenossen BARBARA BECKER-CANTARINO: Rebecca Claudius. Zur sozialgeschichtlichen Realität des »Bauermädchen« 69 ANNETTE LÜCHOW: Claudius und Klopstock 91 KLAUS BOHNEN: Lessing und Claudius. Vom >Doppelgesicht< der Aufklärung 111 JÖRG-ULRICH FECHNER: Claudius und Herder. Eine Skizze 135 KLAUS HAMMACHER: Jacobi und Claudius 151 HORST WEIGELT: Lavater und Claudius 165 VI Inhaltsverzeichnis Zu Claudius' Werk ANNELEN KRANEFUSS: »ES gibt was bessers in der Welt«. Zum poetischen »Unterricht von göttlichen Dingen« bei Matthias Claudius 181 ADA KADELBACH: Matthias Claudius und die Gesangbücher im Dänischen Gesamtstaat 209 LEIF LUDWIG ALBERTSEN: Claudius als Verfasser von Kirchenliedern 239 HERBERT ROWLAND: Satirische Formen in den Feuilletons und Rezensionen von Matthias Claudius 251 DIETER ANDRESEN: Matthias Claudius' Schrift »An den Naber mit Rat« sprach- und theologiegeschichtlich 265 ANTOINETTE FINK-LANGLOIS: Matthias Claudius als Übersetzer von Fénélons religiösen Schriften 277 WOLFGANG KEHN: Garten und Landschaft bei Claudius 311 Personenregister 333 Anschriften der Autoren 343 Einführung Dieser Band vereinigt die Vorträge, die beim Internationalen interdisziplinären Symposion der Lessing-Akademie, Wolfenbüttel, in Verbindung mit der Evangelischen Akademie Nordelbien anläßlich der 250. Wiederkehr des Geburtsjahres von Matthias Claudius vom 1. bis 5. Oktober 1990 in Bad Segeberg gehalten wurden. Mißliche äußere Umstände haben zu der erheb- lichen Verzögerung zwischen dem Zeitpunkt der Tagung und dem des Erschei- nens geführt. Beiträger und Herausgeber sind zuversichtlich und hoffen, daß die Aufsätze trotz dieser verspäteten Veröffentlichung nichts an innovativen Forschungsansätzen verloren haben. * Über Matthias Claudius zu sprechen, scheint zunächst ein leichtes, einfaches Unterfangen. Die klischeehaften Stereotypen vom >naiven<, >launigen< oder auch >redlichen< Menschen, wie ihn der »Wandsbecker Bote« mit Hut und Stab in seinem dörflichen >Idyll< als >Weiser< oder gar als >Sokrates von Wandsbeck< gelebt und verkörpert haben soll, liegen seit langem verfügbar bereit, ohne heute auch nur noch auf ihren sozial-, literatur- und frömmig- keitsgeschichtlichen Hintergrund befragt zu werden. Schon die Zeitgenossen, die Claudius an seinem Wohnort besuchten oder ihm auf einer seiner wenigen Reisen begegneten, maßen ihren Eindruck an solchen Etiketten und wurden nur selten über den Kontrast zwischen der wirklichen Gestalt des Mannes und den über ihn kursierenden Meinungen und Vereinnahmungen stutzig. Noch mehr setzt sich ein heutiger Leser, der sich auf das Gesamtwerk von Matthias Claudius einläßt, einer solchen Überraschung aus, denn zwar ist der Wands- becker, gerade durch jene stereotypen Vorstellungen, bis heute durch einen ungewöhnlichen Bekanntheitsgrad ausgezeichnet, doch wird diese scheinbare Vertrautheit wettgemacht und sogar aufgehoben durch die knappe Handvoll von Gedichten und Prosatexten, die bis heute unter der deutschsprachigen Leserschaft lebendig geblieben ist, nicht zuletzt durch die vermittelnde Lei- stung von Anthologien, Schullesebüchern und auch Kirchengesangbüchern. Vili Jörg-Ulrich Fechner Dem steht ein umfängliches, ebenso thematisch vielseitiges wie geistes- geschichtlich auch vielschichtiges Werk gegenüber, das über ein Halbjahrhun- dert allmählich entstanden ist und sich mit seinem Autor dabei auch gewan- delt hat. Der Zeitraum von den frühen sechziger Jahren des achtzehnten Jahr- hunderts bis 1815, der Claudius' schriftstellerische Wirksamkeit umfaßt, schließt ja zugleich die entscheidende Entwicklung der nach-barocken deut- schen Literatur von Rokoko und Anakreontik über den Sturm und Drang, die späte, gerade auch auf breite Volksschichten bezogene Aufklärung ein und führt bis hin zur Weimarer Klassik, zur Romantik und zur vaterländischen Dichtung aus der Zeit des Krieges gegen Napoleon. Parallel zu dieser Ent- wicklung verläuft eine andere der - zumal protestantischen - Frömmigkeit, Kirche und Theologie wie auch noch eine weitere der politischen Auffassun- gen und Forderungen. Schon dieser zeitgeschichtliche Hintergrund als kom- plexe Rahmenbedingung macht es wenig wahrscheinlich, daß sich Matthias Claudius als ein am literarischen Leben und der öffentlichen Meinung seiner Gegenwart aktiv und produktiv Beteiligter mit einem umfassenden Etikett vereinnahmen lassen sollte. Dabei vermeiden Vorstellungen wie die von einem Weisen, der in dörflicher Beschaulichkeit ein ebenso bescheidenes wie nur auf seine Familie bezogenes, idyllisches Leben geführt hätte und darüber hinaus ein naiver und kauziger Sonderling gewesen wäre, dem seine uneinge- schränkte Frömmigkeit überdies den Sinn für die Wirklichkeit verstellt hätte, von vornherein eine eingehende Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Matthias Claudius als Mensch wie als Autor mit den komplexen Faktoren, welche die damalige geistesgeschichtliche Situation und deren zeitgleiche Ent- wicklung bestimmen, in welcher Claudius mit seiner eigenen Wandlung eben seine von der Forschung näher zu bestimmende Rolle spielte. Einer Beant- wortung dieser grundsätzlichen Fragestellung wenden sich die hier versammel- ten Beiträge aus unterschiedlichen Gesichtspunkten zu. Claudius' Verflechtungen mit den zeitgenössischen Schriftstellern - nicht nur der schönen Literatur -, mit Gelehrten aus mancherlei Disziplinen, mit Musikern und bildenden Künstlern, seine Freundschaften wie auch seine Geg- nerschaften mit Zeitgenossen sind für eine solche Bestimmung des geistes- geschichtlichen Standortes zu berücksichtigen. Buchautor und Journalist war Claudius; seine ursprünglich als Zeitungs- beiträge veröffentlichten kleinen Arbeiten in Vers und Prosa sind für den Wie- derabdruck in seinen Buchausgaben, wenn sie dafür nicht überhaupt unberück- sichtigt blieben, oft einschneidend verändert und vor allem durch die neue, bewußt komponierte Anordnung mit einem völlig veränderten Stellenwert versehen worden. Die Journalistik wie auch die späte politische Pamphletistik spiegelt eine weitere Bedingung von Claudius' Verfasserschaft: die unmittel- bare Auseinandersetzung mit mancherlei - uns heute entweder fernliegenden oder überhaupt fremdgewordenen - Tagesfragen von damals, die in vielerlei Wissensgebieten und Erfahrungsbereichen seinerzeit anstanden. Auf der Einführung IX Grundlage seines Selbstverständnisses als deutscher Untertan im dänischen Gesamtstaat, mit königstreuer Gesinnung und deutlicher Befürwortung der lutherischen Lehre von der gottgegebenen Obrigkeit wird Claudius in seiner Haltung zu den politischen Umwälzungen bestimmt, die über die Ereignisse im alten deutschen Reich zur dänischen Palastrevolution gegen die radikalen Reformen Struensees, zum amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, zur Fran- zösischen Revolution von 1789 wie zur anschließenden Schreckensherrschaft in Paris und noch zu den französischen Hegemonialbetsrebungen der napoleo- nischen Zeit reichen. Claudius' Haltungen als Bürger, Journalist und litera- rischer Autor sind zutiefst getragen von seiner gläubigen, lutherisch-christ- lichen Verwurzelung in der alten Ordnung, in welcher er nur Platz für - aus seiner Sicht durchaus nötige - Reformen von innen sieht, nicht aber für gegen das Herrschaftssystem insgesamt gerichtete, grundsätzliche und radikale Revolutionen. Allerdings ist auch diese Haltung von Claudius noch unge- wöhnlich, schließt sie doch neben dem ererbten Luthertum des Holsteiner Pfarrersohnes ein allgemein offenes Interesse für alle Erscheinungsformen von Frömmigkeit und Theologie ein, eine Einstellung, welche vor-ökumenisch nicht nur Aspekte einer überkonfessionellen Tradition der christlichen Mystik aufgreift, sondern sich den numinosen Vorstellungen aller christlichen Kon- fessionen und zugleich auch der außerchristlichen Religionen vorurteilsfrei zuwendet und diese Offenheit noch um ein persönliches Engagement für die von ihm nachdrücklich befürwortete Entwicklung eines christlichen Freimau- rertums ergänzt. Claudius bekundet eine solche Einstellung von seinem frühen Eintreten und Parteinehmen im Streit zwischen den Hamburger Pasto- ren Goeze und Alberti an, über Stellungnahmen etwa zu Johann Salomo Semler mit seinen nicht nur für damals aufregenden Forderungen nach einer »Privatreligion«, dann in der Auseinandersetzung mit dem nach-barocken Erbe zwischen Orthodoxie, Pietismus und Hermhutertum, Neologie und rationaler Theologie, auch etwa hinsichtlich des >verbesserten< Kirchengesangbuchs, oder eben gerade durch die von Claudius zitierten und kommentierten Zeugnis- se auch aus den heiligen Schriften außerchristlicher Religionen. Noch die Be- strebungen des jungen Schleiermacher vollziehen sich im Blick auf Matthias Claudius, wie ihm zugeeignete Widmungsexemplare dokumentieren,' auch wenn dies nicht mehr zu einer öffentlichen Stellungnahme von ihm führte. Religion, christliches Freimaurertum und Philosophie, dazu sein staatsbür- gerliches Selbstverständnis sind einige der grundlegenden Anstöße für Clau- dius zu seinen aktuellen, gegenwartsbezogenen Stellungnahmen. Auf diesem Hintergrund erhalten seine Bezüge und Beziehungen zu Lessing, Mendels- Exemplare solcher Schriften Schleiermachers finden sich im Privatbesitz von Claudius-Nachfahren. - Ich danke Herrn M. C. Tümpel, Düsseldorf, für entspre- chende Hinweise auf seine Sammlung, welche der Forschung bislang noch nicht zugänglich war.

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