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Leopold Koppel: Investor und Wissenschaftsmäzen : Einfluss und Macht eines Financiers im Hintergrund (1854–1933) PDF

706 Pages·2020·10.697 MB·German
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Hans H. Lembke Leopold Koppel: Investor und Wissenschaftsmäzen Einfluss und Macht eines Financiers im Hintergrund (1854–1933) Leopold Koppel: Investor und Wissenschaftsmäzen Hans H. Lembke Leopold Koppel: Investor und Wissenschaftsmäzen Einfluss und Macht eines Financiers im Hintergrund (1854–1933) Hans H. Lembke Technische Hochschule Brandenburg Brandenburg, Deutschland ISBN 978-3-658-28822-8 ISBN 978-3-658-28823-5 (eBook) https://doi.org/10.1007/978-3-658-28823-5 Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detail- lierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. © Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2020 Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung des Verlags. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Bearbeitungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Die Wiedergabe von allgemein beschreibenden Bezeichnungen, Marken, Unternehmensnamen etc. in diesem Werk bedeutet nicht, dass diese frei durch jedermann benutzt werden dürfen. Die Berechtigung zur Benutzung unterliegt, auch ohne gesonderten Hinweis hierzu, den Regeln des Markenrechts. Die Rechte des jeweiligen Zeicheninhabers sind zu beachten. Der Verlag, die Autoren und die Herausgeber gehen davon aus, dass die Angaben und Informationen in diesem Werk zum Zeitpunkt der Veröffentlichung vollständig und korrekt sind. Weder der Verlag, noch die Autoren oder die Herausgeber übernehmen, ausdrücklich oder implizit, Gewähr für den Inhalt des Werkes, etwaige Fehler oder Äußerungen. Der Verlag bleibt im Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutionsadressen neutral. Lektorat/Planung: Frank Schindler Springer VS ist ein Imprint der eingetragenen Gesellschaft Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH und ist ein Teil von Springer Nature. Die Anschrift der Gesellschaft ist: Abraham-Lincoln-Str. 46, 65189 Wiesbaden, Germany Inhaltsverzeichnis Biografie eines Unternehmers im Halbschatten ........................... 1 Der Selfmademan aus fast namenloser Familie ........................... 21 Der Wettlauf zwischen Strom- und Gaslicht ............................. 73 Der Durchbruch der elektrischen Lichttechnik ........................... 139 Die Investitionschancen in umkämpften Zukunftszweigen. . . . . . . . . . . . . . . . . . 191 Die Hotelbetriebs-Gesellschaft ......................................... 235 Der Wissenschaftsmäzen in kaiserlicher Gunst ........................... 303 Die Expansion in die Kriegswirtschaft .................................. 401 Der Konzernumbau in den zwanziger Jahren ............................ 479 Der Niedergang ..................................................... 559 Die Unternehmensrelikte und Bruchstücke des Vermögens ................. 631 Literatur ........................................................... 693 Namenverzeichnis ................................................... 699 V Abkürzungsverzeichnis ACI Aktiengesellschaft für Cartonnagen-Industrie AEG Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft AFA Accumulatoren-Fabrik Aktiengesellschaft AMPG Archiv der Max-Planck-Gesellschaft, Berlin-Dahlem BA Bundesarchiv BHG Berliner Handelsgesellschaft BLHA Brandenburgisches Landeshauptarchiv CICI Commission Internationale de Coopération Intellectuelle DDG Deutsche Diamanten Gesellschaft Degea AG Degea Aktiengesellschaft (Auergesellschaft) Dego Deutsche Golddiskontbank Degussa Deutsche Gold- und Silberscheideanstalt DGA & Co. GmbH Deutsche Gasglühlicht Aktiengesellschaft (Auergesellschaft) & Co. mbH DGA GmbH Deutsche Gasglühlicht-Auer-Gesellschaft mbH DGA Deutsche Gasglühlicht Aktiengesellschaft DKG Deutsche Kolonialgesellschaft für Südwestafrika DOG Deutsche Orient-Gesellschaft DTMB Deutsches Technisches Museum Berlin EHG Eisenbahn-Hotel-Gesellschaft GCC General Composing Company GE/IGE (International) General Electric Company GM Goldmark GStA Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz GVP Gesellschaft für Verwertung chemischer Produkte HAG Hanseatischer Apparatebau HBG Hotelbetriebsgesellschaft HK Hefnerkerze HStAD Hauptstaatsarchiv Dresden IAL Internationale Artisten-Loge VII VIII Abkürzungsverzeichnis IVG Industriemasken-Vertriebsgesellschaft KFMV Kaiser-Friedrich-Museums-Verein KRA Kriegsrohstoffabteilung KWG Kaiser Wilhelm Gesellschaft KWI Kaiser Wilhelm Institut KWKW Kaiser Wilhelm Stiftung für kriegstechnische Wissenschaft KWTW Kaiser Wilhelm Stiftung für technische Wissenschaft KWuA Kriegswucheramt LAB Landesarchiv Berlin LBI Leo Baeck Institute Likra Elektrische Licht- und Kraftanlagen AG MCCP Munich Central Collecting Point MDC Magnesium Development Corporation MIT Massachusetts Institute of Technology ÖGA/ÖGE Österreichische Gasglühlicht-/ Elektrizitätsgesellschaft OK Osram Kommanditgesellschaft OSS Office of Strategic Services PA AA Politisches Archiv des Auswärtigen Amtes REAO Berliner Rückerstattungsanordnung RMWi Reichsministerium für Wirtschaft S&H Siemens & Halske SAG Schweizerische Auergesellschaft SEC Securities and Exchange Commission SMB-ZA Staatliche Museen zu Berlin, Zentralarchiv StAL Stadtarchiv Leipzig Stuge Studiengesellschaft für elektrische Beleuchtung VEB Volkseigener Betrieb VVG Verkaufsstelle Vereinigter Glühlampenfabrikanten Wumba Waffen- und Munitionsbeschaffungsamt Biografie eines Unternehmers im Halbschatten Er kommt zur Welt um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts, als Kind wenig bekannter Eltern, deren Migrationsgeschichte sich weit zurückverfolgen lässt. Auf der Schule macht er einen Sekundar-Abschluss und geht zur Lehre in eine Firma, die im Handels- und Bankenmilieu eine mittlere Position hält. Er notiert Mengen und Beträge, ordnet sie ein, ermittelt Umsätze und Gewinne, Vermögen und Kapital. Fachliche Herausforderungen sucht er schon früh, und für die Firma leistet er Erfreuliches. Dafür erwartet er Anerkennung, entwickelt sein Ego, will mindestens so hoch eingeschätzt wer- den, wie er selbst sich sieht. Das führt zu Konflikten mit seinem Chef, und als er aus- scheidet, ist er kaum älter als zwanzig. Sein Angestelltenleben ist beendet, was ihn nicht sonderlich bedrückt. Denn in der Firma hat er genug gelernt und erfahren, um auf eige- nen Füßen zu stehen, zu laufen und zu springen. Die Zeit dafür ist günstig: Industrie und Handel des Landes sind in kräftigem Auf- schwung. Expandierende Finanzunternehmen fördern dies; sie bieten Kredite, platzie- ren und emittieren. Auch verdienen sie gut mit der Anlageberatung für private Rentiers. Es liegt nahe, dass der wagemutige Jungunternehmer seine erste Firma in der Branche gründet, die er kennt. Die Geschäfte nach seinem Start-up laufen glänzend. Doch ihn stört bald, dass er auf seinem Feld für den dynamischsten Sektor – die Industrie – nur Mitt- ler, kaum Treiber sein kann. Allerdings versteht er von dem industriellen Geschäft nur die kaufmännische Seite. Dies ist nicht wenig; denn damit kann er Erfolgs- und Pleite- geschichten analysieren und weiß um die Bedeutung der zündenden, tragfähigen Idee, die es für eine Industriegründung braucht. Wobei ihn weniger das Modell des start small – grow fast interessiert; er will eine technologieorientierte Gründung, will zumindest mittel- groß starten und rapide wachsen. Er setzt darauf, für einen bereits bestehenden Bedarf ein technisch überlegenes Pro- dukt zu finden, das dem absehbaren, immensen Bedarfsanstieg kostengünstig und in hoher Qualität gerecht werden kann. Er erkennt die Nische, das Produkt, und er kauft © Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2020 1 H. H. Lembke, Leopold Koppel: Investor und Wissenschaftsmäzen, https://doi.org/10.1007/978-3-658-28823-5_1 2 Biografie eines Unternehmers im Halbschatten eine Fabrik, die bereits eine mittlere Marktposition hat. Kredite dafür sind nicht schwer zu beschaffen, und bei der Bereitstellung des verlangten Eigenkapitals hilft ihm sein Partner aus der Erstgründung. Zudem findet er einen hochqualifizierten Mann für die technische Weiterentwicklung der Fertigung. Diese Wahlen von Produkt, Technologie, Fabrik und Partner erweisen sich als ausnahmslos glücklich. Die Nachfrage am Markt steigt exponentiell, der Bedarf erscheint grenzenlos, und der Vorsprung vor der Kon- kurrenz wird ausgebaut – mit verbesserter Technik, geschicktem Marketing und risiko- freudig finanzierter Übernahme von Wettbewerbern. Wie bei dem ausgeprägten ego drive des Gründers zu erwarten, kommt es zum Kon- flikt mit dem ersten Partner. Den Wettkampf zwischen beiden gewinnt der Gründer, der Mitunternehmer scheidet aus. Der Streit mag sich auch an strategischen Differenzen ent- zündet haben. Die Branche wird immer dichter besetzt, auch deshalb, weil der techni- sche Vorsprung nicht auf Dauer zu halten ist. Der Gründer hat Ausschau gehalten nach Produkten, die denselben Wahlkriterien entsprechen: ein potenziell immenser Bedarf, zu decken mit einem Erzeugnis, das im Kern bereits entwickelt ist, wobei der Wett- bewerbsvorsprung auf zumindest mittlere Frist mit Schutzrechten oder Monopolisierung absicherbar erscheint. Diese Erweiterung des Geschäftsfeldes mag der kaufmännische Partner als zu riskant abgelehnt haben; der Technologe bleibt dabei. Der Gründer hat wiederum Erfolg, nunmehr im big business, was sich nicht zuletzt damit erklärt, dass er die Direktoren in Vorstand und Kontrollgremium mit kluger Hand auswählt. Unter den (wenigen) Initiatoren der Aktiengesellschaft dominiert schon bald der Gründer. Er erweitert die Gesellschaft zum Konzern: durch Aufkäufe von Wettbewerbern, von Zulieferern, von Vertriebsnetzen. Schon früh betreibt er die Internationalisierung. Starke Führungskräfte im Konzern bindet er ein, zwingt sie aber – nach reiiflcher Abwägung – dann hinaus, wenn sie strategische Entscheidungen nicht mehr mittragen wol- len. Obwohl er sich nicht in den Vordergrund drängt, wird er mit diesem rasanten Aufstieg zur Figur von öffentlichem Interesse, in Wirtschaft und Gesellschaft. Wie zu erwarten, hat der Ruhm auch Schattenseiten. Einufl ssreiche Journalisten in bekannten Blättern machen ihn und seine Geschäftspolitik zum Thema. Die Kritik nfi det zunehmendes Echo und wei- tet sich zu massiven Vorwürfen aus. Er wird zum Symbol: der Monopolist mit wuchernder Marktmacht. In diesem Klima erwägt der Gründer, sich schrittweise aus dem Geschäfts- leben zurückzuziehen, zumal er sich seinen Siebzigern nähert. Er verlegt sein Engage- ment auf Stiftungen; Wissenschaftsförderung ist einer seiner Schwerpunkte. Damit setzt er Grundsteine für Institutionen von jahrhundertlanger Bedeutung. Bedeutende Gründer: Sie haben ein Gespür für Chancen, zeigen klug bemessenen Wagemut, knüpfen Allianzen auf Zeit, bekämpfen aber auch Konkurrenten mit bedingungsloser Härte. Einige der oben genannten Merkmale sind somit für diese Gruppe typisch. Doch das skizzierte Muster in seiner Gesamtheit, mit genau dieser Abfolge von Phasen und dem vollständigen Satz der Eigenschaften, ist recht spezifisch und dürfte nur auf wenige große Gründer passen. Zwei von diesen seien herausgehoben: John Davison Rockefeller (1839–1937), s. Abb. 1, und Leopold Koppel (1854–1933), s. Abb. 2. Biografie eines Unternehmers im Halbschatten 3 Abb. 1 John D. Rockefeller (gemeinfrei) John D. Rockefeller (JDR) war der zweite Sohn einer mäßig bemittelten Baptistenfa- milie, die sich in Cleveland (Ohio) niederließ. Nach der High School lernte er in einem Handelshaus die Grundregeln des Rechnungswesens und stieg zum Buchhalter auf. Doch wollte er mehr: Zunächst mehr Geld, und als ihm dies verweigert wurde, mehr geschäftliche Freiheit. Mit einem Partner gründete JDR, mit zwanzig Jahren, sein eige- nes Handelsunternehmen.1 Es lief reibungslos, die Bedingungen waren günstig: die gute Konjunktur der Startjahre, das stetige Nachfragewachstum durch Einwanderung und nicht zuletzt der immense Warenbedarf des Bürgerkriegs. Zum Umsatztreiber des Hauses wurde ein lichtspendendes Produkt, das in seinem Gründungsjahr auf den Markt kam – mit Erschließung der ersten Ölquelle in Pennsylvania. Der Vertrieb von Lampen- petroleum wurde zum Kerngeschäft von Rockefeller und Partner. 1Eine umfassende Darstellung von Leben und Werk gibt Allan Nevins: Study in Power. John D. Rockefeller. Industrialist and Philanthropist, Bd. 1 u. 2, New York 1953.

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