ebook img

Der Tanhûser: Organisationsprinzipien der Werküberlieferung in der Manesseschen Handschrift PDF

353 Pages·1994·31.192 MB·German
Save to my drive
Quick download
Download
Most books are stored in the elastic cloud where traffic is expensive. For this reason, we have a limit on daily download.

Preview Der Tanhûser: Organisationsprinzipien der Werküberlieferung in der Manesseschen Handschrift

Gabriela Paule Der Tanhûser Organisationsprinzipien der Werküberlieferung in der Manesseschen Handschrift GabrielaPaule -DerTanhl1ser Gabriela Paule Der Tanhuser Organisationsprinzipien der Werkiiberlieferung in der Manesseschen Handschrift ME VERLAGFURWfSSENSCHAFT UNDFORSCHUNG DissertationderUniversitatKonstanz TagdermtindlichenPrtifung:03.07.1992 Referentin:Prof.Dr. ChristaOrtmann Referent:Prof.Dr.UlrichGaier DieDeutsche Bibliothek- CIP-Einheitsaufnahme Paule,Gabriela: DerTanhUser:Organisationsprinzipien derWerktiberlieferung inderManesseschenHandschrift/ GabrielaPaule.- Stuttgart : M undP,VerI.fUrWISS.undForschung,1994 Zugl.:Konstanz,Univ.•Diss.,1992 ISBN978-3-476-45047-0 ISBN978-3-476-45047-0 ISBN 978-3-476-04204-0 (eBook) DOI 10.1007/978-3-476-04204-0 DiesesWerkisteinschlieBlichallerseinerTeilegeschtitzt.]edeVerwertungauBer halbderengenGrenzendesUrheberrechtsgesetzesistohneZustimmungdesVer lagesunzulassiqund strafbar.DasgiltinsbesonderefUrVervielfaItigungen,Uber setzungen,MikroverfilmungenundEinspeicherunginelektronischenSystemen. M &P VerlagfUrWissenschaftundForschung einVerlagderJ.B.MetzlerschenVerlagsbuchhandlungund CarlErnstPoeschel VerlagGmbHin Stuttgart ©1994Springer-Verlag GmbH Deutschland Ursprunglich erschienen bei J. B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung und Carl Ernst PoeschelVerlagGmbH inStuttgart1994 c,mJ,,, I'\'\0"", Inhaltsverzeichnis Einleitung 9 1. MethodischeGrundlagen 9 2. DerTannhiiuser:EinfiihrungundFragestellung 38 a)Uberlieferungslage 38 b)DasTannhauser-OeuvreinderHandschriftC(TextundBild) 41 c)Textausgaben 54 d)Forschungsiibersicht 57 I. DieLieder:EntwurfTannhiiuser-spezifischenMinnesangs 66 1. DieLiederderMinnekritik(VIII-X) 67 2. DieTanzlieder(VIIundXI) 82 3. LiedXV 110 a) SkizzezurAItersperspektiveinSpruchdichtungundMinnesang 110 b) InterpretationvonLiedXV 119 II. DieLeichs:EntfaltungderAutorrolle"Tanhuseere" 130 1. DieLeichsIIundIII 144 2. DieLeichsIVundV 172 3. DieLeichsVIundI 204 4. Zusammenfassung:DieLeichsalshandschriftlicheOrdnungsgruppe 229 III. DasIiterarischeUmfelddesTannhiiusers: TanzleichsundTanzliederim13.Jahrhundert 234 IV. DieSpruchreihenunddasKreuzlied:eineneueFacettedesAutorprofils 255 1. DieSpruchreihenXIIundXIV 255 2. DasKreuzlied(XIII) 278 a) Vorbemerkungen 278 b) Interpretation 286 3. DieRatselsammlung(XVI) 301 V. DieKonstitutiondesTannhiiuser-OeuvresinderHandschriftC 312 Anhang:DieJ-Oberlieferung 322 Abkiirzungsverzeichnis 337 Literaturverzeichnis 339 Danksagung 354 Einleitung Die vorliegende Arbeit ist Teil eines Gemeinschaftsprojekts zum spathofischen Minnesang,welches aus Konstanzer Seminarveranstaltungen beiChrista Ortmann! hervorgegangen ist. Die insgesamt drei Arbeiten - zum Tannhauser, zu Steinmar und zu Johannes Hadlaub- - legen ein gemeinsames methodisches Konzept zu grunde und orientieren sich an der iibergreifenden Frage nach der Iiterarhistori schen Darstellung undBewertung derGattungsentwicklungdes Minnesangs im13. Jahrhundert. Ausgehend vondiesemVorhabenwirddeneinzelnenArbeiten einvon den Verfasserinnen gemeinsam konzipiertes Einleitungskapitel vorangestellt, das die theoretische und methodische Grundlegung formuliert und daraus die iiberge ordnete Fragestellung ableitet. In einemzweiten Einleitungsteil wird diese Frage stellungjeweils autorbezogen spezifiziert. Es sei an dieser Stelle vorausgeschickt, daBwirzwar einenForschungsiiberblickzumjeweiligenAutorgeben werden, aber keinen Forschungsbericht zur Geschichte des Minnesangs im 13. Jahrhundert an streben.WirwerdenunsdiesbeziiglichnuraufdiejenigenArbeitenbeziehen, dieffir dieEntwicklungunserer literaturtheoretischen Voraussetzungen notwendigsind. 1.MethodischeGrundlagen Ausgangspunkt der drei Untersuchungen ist der Befund, daB die Gattung Min nesang urn1300 ineineneue Phaseder Existenz eintritt: die Uberlieferung ingro BenSammelhandschriften,vor allemA, BundC. Vor dem Entstehen dieser Hand schriften hat es mit Sicherheit schon verschiedenste Formen der schriftlichen Auf zeichnung von Liedern gegeben, die - bezeichnenderweise - aber nicht iiberliefert sind. Mitder Sammelhandschrift istdagegen eineneue Qualitiitvon Schriftlichkeit erreicht, dieeinerseits imKontext umfassenderVerschriftlichungstendenzen volks sprachlicher Literatur im 13./14. Jahrhundert zu sehen ist, andererseits aber auch voneinemveranderten Interesse anderGattung zeugt, dasihrdiesenschriftliterari schen Status - imVergleichzu anderen Gattungen (z.B. hofischer Epik) allerdings 1Minnesang des13.Jahrhunderts(Tagelied),W585/86;HiifischeLiteratur und repriisentative Offentlichkeit, 55 86; Der Tannhiiuser, 55 86; Spruchdichtung, W5 86/87; Hadlaub und Steinmar, 55 88; Ulrich von Lichtenstein: Frauendienst, W5 88/89; Kreuzzugslyrik, W5 89190. 2zudenbeidenletzterenvgl.dieDissertationenvonGesineLiibbenundUrselFischer 9 relativ spat-zuerkennt. Zentrale Fragen unserer Untersuchungen werden sein, wie dieses veranderte Interesse an der Gattung zustande kommt, warum das volks sprachlicheLiedgegen Endedes 13.Jahrhunderts den AnspruchaufSchriftlichkeit stellen kann und was mit diesem Anspruch zur Geltung kommt. Unter diesem Blickwinkel ist die Hs.C die wichtigste und fUr uns aufschluBreichste, weil sie die schriftlicheExistenzdes Minnesangs nicht nur besonders umfangreich und beson ders reprasentativdokumentiert,sondemweil siegleichzeitig, namlichimHadlaub Corpus, diese Schriftlichkeitthematisiertundalsbuocb qualifiziert. In der Forschungsliteratur ist hiiufigdie Meinung vertreten worden, daBdie Gat tung Minnesang im13.Jahrhundertmit dem Niedergang der h6fischen Kultur ihre eigentliche FunktionverIoren habe und daBdas Aufzeichnen inHandschriften von nurmehr musealer Bedeutung sei,1mGegensatz dazu wollen wir versuchen, eine qualitative Neubewertung des Prozesses von Sammein und Schriftlichkeit aus der Perspektive der Gattung selbst vorzunehmen, d.h. anhand ihrer Entwicklung und der Entfaitung ihrer strukturellen M6glichkeiten die Frage nach Veranderungen von Gebrauchssituation und-funktionzustellen,wiesiesich imbuoch ais Konzept fiirSchriftlichkeitundSammeindokurnentieren-'. Hugo Kuhn untersucht in seinem Aufsatz "Die Voraussetzungen fur die Entste hung der Manesseschen Handschrift und ihre ilberlieferungsgeschlchtliche Bedeu tung"4die Wege und Formen von Schriftlichkeit der deutschsprachigen Liedkunst. Da wir uns invieler Hinsicht aufdiesen Aufsatz stiitzen, sollen diewichtigsten Er gebnisse imfolgenden kurz referiert und anschlieBend unsere Fragestellung prazi siert werden. Sowohl inbezug aufdie Liederhandschrift, als auch inbezug aufden InhaIt, Min nesang, arbeitet Kuhn mit dem Begriff'Gebrauchskunstwerk'.Er entwickeit diesen Begriffinzwei friiheren Aufsatzen, "MittelalterlicheKunst und ihre Gegebenheit"S 3 Eine Neubewertung desProzessesder Verschriftlichungder Liedkunst leistet Sylvia Huotflir den franzOsischenSprachraum: "FromSong toBook.The Poetics ofWritingin Old French Lyricand LyricalNarrative Poetry",Ithaca- London 1987. DieThesen Huots(einschl. ihrer methodischenPriimissen)solienhier allerdings nicht imeinzelnen diskutiert werden, wei!sie sich nichtunmittelbaraufdieSituation imdeutschsprachigenRaumiibertragen lassen, wodie Materialbasis sehr viel schmaler und die Rolle des volkssprachlichen Liedes bei der Ausbi!dungeinerBuchkulturnichtsoschwerzugewichten istwieinFrankreich. 4 in:HugoKuhn:Liebeund Gesellschaft,hrsg. vonWolfgang Walliczek, Stuttgart 1980,S.80 105 5 in:HugoKuhn:TextundTheorie,Stuttgart 1969,S.28-46 10 und "Zur inneren Form des Minnesangs'P, Urneinadliquates Verstlindnis mittelal terlieher Kunstwerkezu gewinnen, versueht Kuhn, deren spezifischeExistenzform zu bestimmen. Sie unterscheidet sieh von derjenigen eines neuzeit1iehen Kunst werks insofem als mittelalterliehe Kunst nieht als subjektive Originalschopfung existiert und zuglinglieh ist, sondern immer in bereits vermittelter Form - dem je weiligen Zustand der Uberlieferung - vorliegt. Uberlieferung steht naeh Kuhn in engem Zusammenhang mit der fur das mittelalterliehe Weltbild zentralen Traditi onsgebundenheit. "Tradition, d.h, Objektivitlit trotz und in der iiberindividuellen Wiederholung und Entwieklung der Formen ist nur moglich, wenn diese selbst nieht ihre (konkrete) Subjektivitlit an einem objektiven Wahr-Schon-Zusammen hang zu kontrollieren haben. Sondern sie sind A1lgemeinformen (Universalien), nieht konkret-objektiv, sondern real und relativ vor dem Gegenstand, vor dem In halt, den sie zwangslliufig in ihrer RealitliteinschlieBen(forma est essentia). Wie die Universalien der Seholastik, die realen (grammatischen) Gattungsformen als A1lgemeinbegriffe [...] vor der Existenz der Einzeldinge vorhergehen, als reale Struktur der Wirkliehkeit sie von vornherein einschlieBen,so bestimmt sieh aueh das Verhliltnis der kiinstlerischen Formen zu ihrem Inhalt, zum Sinn.[...] Die For men umfassen also, inihrer A1lgemeinheit,relativ zwangslliufig den Inhalt (es gibt z.B, keine Portrat-Ahnlichkeit, sondern nur - landsehaftliehe, stlindische usw., iiberhauptgegenstlindliehe -Schemata!);siegehen nieht vom individuellenSubjekt aus, sondern schlieBendieses inihrer Universalitlit mit ein: Sie enthalten die unbe dingte Verbindliehkeit der Gemeinsehaftsformen vor jedem Einzelsubjekt''". Auf grund des der Form immanenten Sinnpotentials kann die Gemeinschaft im Ge braueh dieser Universalformen am realen Sinn der Weltordnung partizipieren. Er istnieht aufBedeutunghinangelegt, sondern strukturell inder Form enthalten und muBals Vollzug der Form ersehlossen werden. Gebraueh wird dadureh beschreib bar als ein Vollzug von in der Form realem Sinn. Der Status des Kiinstlers ist in diesem Zusammenhang der eines Uberlieferungsmediums, das die Form wiedergibt und weiterreieht mit den Spuren seines Gebrauehs. Fiir das Werk bedeutet dies, daBessich nieinsubjektiverVollendungdarbietet,"sondemesistinderkultischen Objektivitlit der stets sieh vollziehenden realen Darstellung, im Gebraueh, dessen verbindliehe Universalitlit aueh das Subjekt zwingendeinschlieBt, inseinem Anteil daran erschopfend bestlmmr'f. Gebraueh ist also der Rahmen sowohl fUrdie Ent- 6in: Der deutsche Minnesang. Aufsatze zu seiner Erforschung, hrsg. von Hans Fromm, Darmstadt1972,(WdF15),S.167-179 7 Kuhn:MittelalterlicheKunstundihreGegebenheit,S.31 8ebd.,S.33 11

See more

The list of books you might like

Most books are stored in the elastic cloud where traffic is expensive. For this reason, we have a limit on daily download.